Berlin-Lichtenberg

Berlin-Lichtenberg

Der Ostberliner Bezirk Lichtenberg entstand 2001 durch Fusion der Bezirke Lichtenberg und Hohenschönhausen. Er ist der 11. Bezirk der bundesdeutschen Hauptstadt Berlin. Lichtenberg ist geprägt von Plattenbauten, aber auch weiten Naturlandschaften.

Der Bezirk Lichtenberg besteht aus 10 Ortsteilen. Am 31. Dezember 2020 lebten 296.837 Einwohner im Bezirk Lichtenberg. Die Fläche Lichtenbergs beträgt 52,3 Quadratkilometer. So ergibt sich eine Bevölkerungsdichte von 5677 Bewohnern pro Quadratkilometer.

Im Bezirk Lichtenberg sind verschiedene Industrie- und Technologieunternehmen angesiedelt. Es überwiegen Unternehmen der Metallverarbeitung, des Fahrzeugbaus sowie der Geräte- und des Werkzeugbaus.
Einige bekannte Sportvereine sind im Bezirk Lichtenberg zu Hause. Am bekanntesten ist der mehrmalige deutsche Meister im Eishockey Eisbären Berlin. Das Sportforum Hohenschönhausen ist Teil des Olympiastützpunktes Berlin. Zahlreiche Weltmeister und Olympiasieger haben hier schon trainiert, z.B. die Schwimmerin Franziska van Almsick oder die Eisschnellläuferin Claudia Pechstein.

Es gibt zahlreiche Sehenswürdigkeiten im Bezirk Lichtenberg. Bekannt ist der Bezirk über seine Grenzen hinaus für das Stasimuseum. Der Tierpark Berlin ist ebenso einen Besuch wert, wie die Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen.

Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen

Die Gedenkstätte befindet dort, wo früher die zentrale Untersuchungshaftanstalt des Ministeriums für Staatssicherheit stand. Dieses Gefängnis wurde von den Sowjets 1945 errichtet und war ab 1946 zentrale Haftanstalt der Geheimpolizei der damaligen Sowjetunion. Die Sowjets übergaben die Haftanstalt 1951 der DDR. In den Stadtplänen Ostberlins war das Gefängnis Hohenschönhausen nicht verzeichnet.
In diesem Gefängnis wurden vor allem politische Gefangene inhaftiert. Fast alle bekannten Oppositionellen der DDR saßen hier in Haft. Die Insassen wurden sowohl physisch als auch psychisch gefoltert.
Nach der Wiedervereinigung Deutschlands wurde das Gefängnis geschlossen. Seit 1992 steht das Gebäude unter Denkmalschutz.
Die Aufgabe der heutigen Gedenkstätte ist es, über die politische Justiz in der damaligen DDR und über Formen und Folgen von politischer Verfolgung in der Diktatur der DDR zu informieren.

Stasimuseum Berlin

Das Stasimuseum gibt seinen Besuchern einen eindringlichen Einblick in das System von Drohung, Gewalt, Belohnung und Bevorzugung, das die Stasi in der ehemaligen DDR anwandte, um seine Bürger zu Anpassung und Unterwerfung zu „erziehen“.
Eine ganz wichtige Rolle spielte das Ministerium für Staatssicherheit MfS. In einer Dauerausstellung zeigt das Stasimuseum, wie die MfS aufgebaut war und wie sie arbeitete. Außer im Bereich der Kirchen hatte die damalige Partei in alle Bereiche des Lebens uneingeschränkten Zugriff und jeder einzelne Einwohner wurde genauestens kontrolliert und je nachdem belohnt oder gemaßregelt.
Im Stasimuseum wird darüber informiert, welche Methoden das MfS nutzte, um die Bewohner des Arbeiter- und Bauernstaates zu beobachten und zu kontrollieren. Es zeigt den Besuchern auch die Menschen, die für den MfS tätig waren.
Besonderes Ausstellungsstück des Stasimuseums sind die Diensträume des letztens DDR-Ministers für Staatssicherheit Erich Mielke. Die Räume sind seit 1990 praktisch im Originalzustand erhalten und können besichtigt werden.

Einblick ins Geheime

Direkt neben dem Stasimuseum befindet sich das kostenlose Spezialmuseum „Einblick ins Geheime“. Hier lagern 11 Kilometer Stasiakten. Die archivarischen Arbeitsmethoden des Ministeriums für Staatsicherheit zeigen, wie und welche sehr persönlichen Informationen über die Bürger der ehemaligen DDR gespeichert wurden.
Es gibt auch geführten Touren, die aber nicht kostenlos sind.

Tierpark Berlin

Neben dem Zoologischen Garten Berlin im Stadtteil Tiergarten ist der Tierpark Berlin in Lichtenberg der zweite zoologische Garten im Berlin. 1955 gegründet, hat er eine Fläche von 160 Hektar und ist damit der größte Landschaftstierpark Europas. Über 600 Arten von Tieren sind hier zu Hause. Bekannt ist der Tierpark Berlin für sein Zuchtprogramm für Afrikanische Elefanten.
Nach der Teilung Deutschlands und Berlins lag der Zoologische Garten Berlin im britischen Sektor. Ostberlin errichtete im Gegenzug auf dem Gelände des Schlossparks Friedrichsfelde den Tierpark Berlin. Schon in den ersten Jahren wurde der Tierpark als weitläufige Parkanlage mit zoologischem Anspruch geprägt.
Viele Jahre war der Zoo der Einzige in Deutschland, der sowohl eine Zuchtgruppe afrikanischer als auch asiatischer Elefanten beheimatete. Seit 2020 wird das Dickhäuterhaus renoviert. Nach Wiedereröffnung sollen nur noch afrikanische Elefanten beheimatet werden.
Ein besonderes Anliegen des Tierparks ist die Zucht von bedrohten Tierarten. Dementsprechend sind die Tieranlagen gestaltet. Sie Tiere können sich zurückziehen, es gibt für trächtige Tiere und ihren Nachwuchs abgegrenzte Bereiche, in dem sie ihre Ruhe haben.

DonXuan-Center

In dem asiatischen Großmarkt gehen rund 400 v.a. vietnamesische Großhändler ihren Geschäften nach. „DonXuan“ ist vietnamesisch. Auf deutsch bedeutet es „Frühlingswiese“. Neben asiatischen Lebensmitteln werden auch Lederwaren, Textilien, Uhren, Schmuck und Technik angeboten. Dazu kommen gastronomische Einrichtungen, aber auch andere Dienstleistungen.

Haus Lemke (Mies van der Rohe Haus)

Das Haus Lemke ist das letzte Wohnhaus des deutsch-amerikanischen Architekten Ludwig Mies van der Rohe, dass er in Deutschland entworfen hat, bevor er 1938 in die USA emigrierte.
Den Bauauftrag gab das Fabrikantenehepaar Martha und Karl Lemke 1932. Im Frühjahr 1933 zog das Ehepaar Lemke in das Haus ein.
Das Haus Lemke ist eingeschossig gebaut und hat eine L-Form. Es hat auf 160m² nur zwei Zimmer. Obwohl das Ehepaar Lemke ein Doppelgrundstück gekauft hatte, ist das Lemke-Haus nur auf einem Grundstück erbaut worden. So wollte sich das Ehepaar eine Finanzreserve erhalten, um im Falle von finanziellen Schwierigkeiten das andere Grundstücke verkaufen zu können.
Die Außenfassade des Hauses besteht aus kohlegebrannten rotbunten Mauerziegeln. Das Haus hat ein Flachdach. Teilweise besteht das Inventar ebenfalls aus dem Atelier van der Rohes. Anderes Inventar wurde auch von seiner Partnerin Lilly Reich entworfen.
Allerdings wohnte das Ehepaar Lemke nur wenige Jahre in diesem Haus. Sie mussten es schnellstmöglich verlassen, als die Rote Armee diesen Teil Berlins 1945 einnahm.
Später zogen hier wie auch in anderen umliegenden Villen Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit ein und nahmen viele Änderung an Haus und Garten vor. Mit den Jahren verfiel das Haus immer mehr, der Garten wurde zubetoniert und zu einem Parkplatz umfunktioniert.
In den Jahren 2000-2002 wurde das Lemke-Haus umfassend saniert. Heute ist es ein Ausstellungspavillon für Moderne Kunst.

Zentralfriedhof Friedrichsfelde

Dieser Friedhof zählt zu den bekanntesten Friedhöfen Berlins. Zahlreiche sozialdemokratische, sozialistische und kommunistische Aktivisten und Politiker sind hier begraben. Es gibt eine Gräberanlage für die Opfer und Verfolgten durch die Nationalsozialisten Der Friedhof steht unter Denkmalschutz.

Obersee

Der Obersee ist ein künstlich angelegtes Gewässer, das 1895 als Wasserspeicher und Eislieferant für die Löwenbrauerei AG gedacht war. Ursprünglich war das Gebiet eine natürliche Senke. Damit mussten für den See keine Erdbewegungen ausgeführt werden.
Seit 1900 steht ein Wasserturm am Obersee. Er diente der Wasserversorgung der Brauerei und später auch den Villen, die hier am Ufer gebaut wurden. Heute befinden sich hier eine Bar und eine Wohnung. Das Dach der einstigen Pumpstation wurde in eine Seeterrasse umgebaut. Im Sommer wird sie gastronomisch genutzt. Nach Einbruch der Dunkelheit wird der Sims der Turmspitze beleuchtet. Ein grüner Leuchtring zeigt an, ob die Bar aktuell geöffnet ist.
Zwischen Obersee der angrenzenden Waldowstraße befindet sich seit 1912 ein 5,5 Hektar großer Park. In den 1970er Jahren erschuf der Bildhauer Eberhard Bachmann hier die Kunststeinfigur „Die Sonnenanbeterin“.
In den Jahren 1996/1997 wurde der Park saniert. Nun ist ein Rundgang um den See möglich. Eine 2016 eingebaute Wasserfilteranlage hat die Wasserqualität stark verbessert.

Landschaftspark Herzberge

In diesem Naherholungsgebiet kann man wunderbar abschalten. Der Park steht unter Naturschutz und wird landwirtschaftlich genutzt. Highlight sind die Pommerschen Landschafe. Etwa 50 Muttertiere mit ihren Lämmern wurden hier als „lebende Rasenmäher“ angesiedelt.

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