Marzahn-Hellersdorf

Berlin-Marzahn-Hellersdorf

Einst galt der Bezirk mit seinen knapp 274.000 Einwohnern als Inbegriff der Tristesse. Noch heute sind die in der typischen Architektur der DDR errichteten Plattenbauten-Großraumsiedlungen ein markanter Teil der Hauptstadt-Silhouette. Doch Marzahn-Hellersdorf ist bunter, vielfältiger und grüner als viele denken. Der Bezirk im Osten Berlins ist im Wandel und nicht nur einen Besuch wert.

Einmal um den Globus in Marzahn-Hellersdorf

Die zweifellos berühmteste Attraktion des Bezirkes sind die Gärten der Welt – eine gigantische grüne Oase. Auf einer Fläche von mehr als 60 Fußballfeldern schlendern Besucher hier durch insgesamt zehn Kleinode internationaler Gartenkunst. Von der koranischen Teezeremonie über japanische und chinesische Gärten bis hin zu tropischen Pflanzenwelten Balis sind hier Einblicke in ferne Welten möglich. Doch auch kunstvolle Parkanlagen aus Italien – der Renaissancegarten – oder Großbritannien sind zu bestaunen. Doch Gäste kommen nicht nur zur Naherholung in das Idyll: rund ums Jahr finden hier etliche Veranstaltungen statt. Highlights sind insbesondere das Kirschblütenfest oder das chinesische Mondfest, bei dem der Park in bunten Lampions erstrahlt. Eine Freilichtbühne bietet Platz für 5.000 Gäste. Dort finden hauptsächlich im Sommer etliche Konzerte statt. Wer das Areal gerne aus der Vogelperspektive bewundern möchte, der fährt mit der Seilbahn vom nahen Kienberg zu Eingang. Diese entstand zur IGA 2017. Damals wurde zudem eine Tropenhalle errichtet. Familien freuen sich über die vielen Spielflächen in den Gärten der Welt.

Sehenswürdigkeiten im Osten Berlins

Neben den Gärten der Welt kann der Bezirk noch mit einigen anderen Sehenswürdigkeiten aufwarten, die viele Hauptstädter und Besucher meist gar nicht auf dem Schirm haben. Ein wahres Schmuckstück liegt mitten in einem verwunschenen, meist einsamen Park: Schloss Biesdorf. Dabei handelt es sich eigentlich um eine spätklassizistische Villa in italienischem Stil mit einem markanten achteckigen Turm. Der Park hingegen wurde im einst angesagten englischen Stil angelegt und lädt zu erholsamen Spaziergängen ein. Dabei passieren Besucher einen Tee- und einen Lesegarten sowie einen historischen Eiskeller. Im Schloss gibt es ein Café sowie wechselnde Ausstellungen in der Galerie. Auf der Freilichtbühne im Park finden in der warmen Jahreszeit verschiedene Veranstaltungen statt. Eine besondere Zeitreise ermöglicht das Gründerzeitmuseum im Ortsteil Mahlsdorf. Untergebracht in einem alten Gutshaus, sind hier nicht nur viele Möbel aus dem späten 19. Jahrhundert ausgestellt, sondern auch etliche antike Musikinstrumente. Pianolas und ein großes Orchestrion gehören zu den besonderen Exponaten. Im Keller des Museums wurde eine legendäre Kneipe original wieder aufgebaut. In der berühmten „Mulackritze“ verkehrten Größen wie Heinrich Zille. In die Sportgeschichte der DDR hingegen tauchen Gäste im Sportmuseum ein. Unter den 5.000 Exponaten sind Pokale, Medaillen und Urkunden ostdeutscher Athletinnen und Athleten.

Ein Dorf inmitten von Marzahn-Hellersdorf

Ein echter Geheimtipp im Großstadtdschungel ist das sogenannte Angerdorf Alt-Marzahn. Hier scheint die Zeit stehengeblieben zu sein. Ein prächtiger Bauerngarten trägt heute den Namen KulturGut Marzahn. Dieser kann im Rahmen von Führungen besichtigt werden, dabei lernen Interessierte allerhand Wissenswertes über Kräuter, Obst und Gemüse. In der dazugehörigen Keramikwerkstatt bieten lokale Künstlerinnen und Künstler ihr Handwerk zum Kauf an: Schalen, Töpfe, Gartendeko oder handbemalte Fliesen können hier erworben werden. Entlang der Straßen und Gassen aus Kopfsteinpflaster treffen Besucher auf die alte Dorfschule. In dieser ist heute das Bezirksmuseum untergebracht. Wechselnde Ausstellung beleuchten dort die Geschichte von Marzahn-Hellersdorf. Nur wenige schritte weiter bildet die Dorfkirche eine weitere Sehenswürdigkeit. Im Inneren besticht sie mit ihrem Taufstein aus der Renaissance und ihrer Akustik. Diese wird regelmäßig für Konzerte genutzt. Vorbei am Tierhof Marzahn mit seinen Nutztieren, die aus der Mark Brandenburg stammen, geht der Spaziergang dann einen kleinen Hügel hinaus. Dort steht die imposante Bockwindmühle. Diese sieht zwar aus wie aus der Zeit gefallen, sie wird jedoch noch von einem Müller betrieben, der hier den Roggen für die „Marzahner Mühlenkruste“ herstellt. Das Innenleben kann auf einer Führung erkundet werden – oder bei einer der Trauungen, die hier stattfinden.

Shopping und Freizeit in Marzahn-Hellersdorf

Für ausgedehnte Einkaufsbummel stehen in dem Bezirk mehrere Malls zur Verfügung, die neben den Filialen großer Ketten auch über Gastronomie verfügen. Auf zwei Ebenen bietet das beliebte Eastgate vor allem Modeshops. Doch auch in der Plaza Marzahn, dem Marktplatz Center Hellersdorf und dem Spree Center Hellersdorf sind Einkaufsbummel möglich. Abends bieten sich die Kinos an, um den tag ausklingen zu lassen: das CineStar oder das UCI am Eastgate sind nur einige davon.

Sport im Osten der Hauptstadt

In Marzahn-Hellersdorf gibt es über 80 Sportvereine. Doch auch wer keinem angehört, hat viele Möglichkeiten, seine Freizeit aktiv zu gestalten. Am East Side Beach wird beim Beachvolleyball gebaggert und gepritscht und auch andere Strandsportarten sind im Angebot. Hoch hinaus geht es im Bergwerk.Berlin. Die Kletterhalle mit Parcours in verschiedenen Schwierigkeitsstufen gehört zu den größten ihrer Art in Europa und stellt auch Schwindelfreie vor Herausforderungen. Unterschiedliche Sportarten stehen im Freizeitforum Marzahn für aktive Gäste bereit: Kegeln oder Schwimmen, aber auch entspannende Saunagänge. Für Bewegung in der Natur sorgen die Wanderrouten des Bezirks. Unter ihnen sind der Wuhle-Hönow-Weg, der Wuhletal-Wanderweg, die Route am BArnimhang und andere.

Über den Dächern der Platte

In Marzahn-Hellersdorf gibt es unterschiedliche Aussichtspunkte, die einen Blick über Plattenbauten und weit darüber hinaus ermöglichen. Seit 2017 begeistert das Aussichtsbauwerk „Wolkenhain“ mit seiner außergewöhnlichen Architektur und seiner Aussicht. Die weiße Wolke befindet sich in 120 Metern Höhe – von dort sind auch der Fernsehturm in Mitte und Teile Brandenburgs sichtbar. In der Wolke kann zudem gespeist werden: im Panorama-Restaurant „Wolke Sieben“. Einblicke in das Alltagsleben in der DDR sowie Ausblicke auf die Umgebung machen den Besuch in der Wuseumswohnung WBS 70 so spannend. Mobiliar, Tapeten und Konsumgüter sind alle original: vom Rafena-Fernseher über die grüne Couch bis zum Kochgeschirr. Absolut schwindelfrei muss man für den Skywalk Marzahn sein, der allerdings vorübergehend geschlossen ist. Die Aussichtsplattform über dem 21. Stockwerk eines typischen Plattenbaus ermöglicht Blicke auf den Fernsehturm und andere markante Bauwerke. Eine wahre Mutprobe ist der Gitterbalkon, der über das Bauwerk hinausragt und über der Marzahner Promenade schwebt.

Urbane Kunst

Dass der Bezirk längst nicht mehr einheitlich grau und trist ist, zeigt sich auch an der urbanen Kunst, die hier überall an den Hauswänden hervorblitzt. Im Rahmen der Berlin Mural Feste verwandeln hier regelmäßig Künstlerinnen und Künstler die Fassaden in große Kunst. die Malereien bilden einen modernen Kontrast zur Bauweise in Marzahn-Hellersdorf. Dabei sind den Artists keine Grenzen gesetzt: die Fassadenmalereien entstehen im Comic-Style, als Stencil-Graffiti, mit Text-Elementen oder als völlig abstrakte Formen.

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