Treptow-Köpenick

Berlin-Treptow-Köpenick

Der 9. Berliner Verwaltungsbezirk ist Treptow-Köpenick. Er ist flächenmäßig der größte Bezirk der deutschen Hauptstadt. Treptow-Köpenick liegt im Südosten Berlins und gehörte bis zur Wiedervereinigung Deutschland im Jahr 1990 zu Ostberlin und damit zur damaligen DDR. Auf einer Fläche von 168,42 km² lebten Ende 2020 276.165 Einwohner. Damit lag die Bevölkerungsdichte bei 1640 Einwohnern pro Quadratmeter und ist die niedrigste aller Berliner Bezirke.

Treptow-Köpenick ist geprägt durch große Waldgebiete und ausgedehnte Wasseranlagen. Auch der Müggelsee, der größte See Berlins: liegt im Bezirk Treptow-Köpenick.
Treptow-Köpenick zählt zu den wohlhabenderen Gegenden Berlins. Der Bezirk hat eine günstige Sozialstruktur, die Arbeitslosenzahlen sind niedriger als in anderen Bezirken. Der Bezirk verfügt sowohl über die größte Wasser-, als auch über die größte Waldfläche Berlins. Von internationaler Bedeutung ist der Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Adlershof (WISTA). Er ist einer der größten Technologieparks Deutschlands. 2020 war der WISTA Standort für 90 Weltmarktführer aus verschieden Bereichen. Neben Firmen sind auch viele Forschungsstätten hier angesiedelt.

Sportlich hat der Bezirk Treptow-Köpenick einiges zu bieten. So findet der traditionelle Berlin-Triathlon jedes Jahr hier Stadt. Der Mellowpark ist einer der größten BMX- und Skateerparks in Europa. Auf der Regattastrecke Berlin-Grünau finden traditionell Regatten für Ruderer, Kanurennsport oder Drachenboote statt.

Entlang der Spree kann man viele Sehenswürdigkeiten besuchen.

Treptower Park

Der 88,2 Hektar große Park liegt direkt an der Spree. Er wurde zwischen 1876 und 1888 vom städtischen Gartendirektor Gustav Meyer geplant und angebaut, um der immer größer werdenden Bevölkerung Berlins genug Naherholungsfläche bieten zu können.
Seit Ende des 2. Weltkrieges gibt es auf der ursprünglichen Spiel- und Sportwiese ein Sowjetisches Ehrenmal und einen Soldatenfriedhof für die in der Schlacht um Berlin gefallenen Soldaten der Roten Armee.
Im Park gibt es große Liegewiesen zum Sonnen und breite, geschwungene Wege zum Spazierengehen. Die Wege wurden ursprünglich so angelegt, damit Kutschen bequem auf ihnen fahren konnten.
Ausflugsschiffe warten am Treptower Hafen auf Besucher. Der Hafen liegt an der Spreeseite des Treptower Parks.
Verschiedene Kunstwerke im Park wurden zu speziellen Anlässen errichtet.
Das alteingesessene Gasthaus und der Biergarten Zenner liegen im nordöstlichen Teil des Parks. Der Zenner liegt mit 1500 Plätzen direkt an der Spree und ist ein beliebtes Ausflugsziel. Nach Insolvenz und Schließung soll es von einem neuen Besitzer Ende 2021 wiedereröffnet werden.
Einen Besuch wert ist die „Insel der Jugend“, die man über eine große Stahlbrücke erreicht. Früh morgens oder spät abends hat man von hier einen wunderschönen Blick auf den Sonnenauf- oder Sonnenuntergang.
Es ist möglich, ein Paddelboot auszuleihen.

Schloss Köpenick

Das Schloss Köpenick liegt auf einer Insel im Fluss Dahme, nicht weit von der Spreemündung entfernt. Über eine Brücke über den Schlossgraben erreicht man die Insel. Die Insel ist schon seit urgeschichtlicher Zeit besiedelt. Sie ist eine der ältesten Siedlungsgebiete im heutigen Stadtgebiet. Schon im 8. Jahrhundert stand hier eine slawische Burg. Es folgten mehrere Nachfolgebauten, u.a. eine spätmittelalterliche Kastellburg. Kurfürst Joachim II von Brandenburg ließ 1558 nach dem Abriss der alten Gebäude hier ein Jagdschloss im Renaissancestil erbauen. Das Schloss hatte zwei Wohnflügel und zwei Wehrmauern. Ab 1677 wurde das Schloss um einen dritten Flügel erweitert und erhielt seine heutige Form. Prunkstück ist der Wappensaal im 2. Stock. Umfangreiche Restaurierungsarbeiten begannen 1994. 10 Jahre später waren sie abgeschlossen. Heute befindet sich hier das 2.Haus des Kunstgewerbemuseums der Staatlichen Museen zu Berlin. Die Dauerausstellung trägt den Namen „Raumkunst aus Renaissance, Barock und Rokoko“ und zeigt Ausstattungskunst aus dem 16. bis 18. Jahrhundert. Es gibt auch einen Schlossgarten, der 1690 angelegt wurde.

Müggelsee

Der Müggelsee ist über 7,4km² groß und damit der größte See Berlins. Die Wassertiefe beträgt maximal 8 Meter. Die Spree fließt durch den Müggelsee. Seit 1929/1930 gibt es am Müggelsee ein Strandband und hat einen hohen Freizeit- und Erholungswert für die Berliner. Jährlich besuchen über 100.000 Menschen das Strandband. Vor allem für Familien mit Kindern ist der See im Sommer ein beliebtes Ausflugsziel. Es gibt viele Bootsverleihstationen und der See kann mit unterschiedlichsten Wasserfahrzeugen befahren werden. An seinem nördlichen Ende gibt es ein Museum im Wasserwerk. Das Wasserwerk wurde 1893 gebaut und ist auch heute noch für die Wasserversorgung Berlins in Betrieb. Besucher erwartet eine original erhaltene Maschinenhalle, in der Kolbendampfmaschinen bestaunt werden können.

Müggelturm

Vom Müggelturm aus hat man einen atemberaubenden Blick auf den Müggelsee und ganz Berlin. Er steht mitten in einem der schönsten Waldgebiete der Hauptstadt und ist ebenfalls ein beliebtes Ausflugsziel. Die Aussichtsplattform befindet sich in 30 Meter Höhe. Der Müggelturm wurde 1889 erbaut und nach einem Brand 1961 neu erbaut. Seit 2018 kann er nach Sanierung wieder besichtigt werden. 126 Stufen führen zur Aussichtsplattform.

Rathaus Köpenick

Das seit 1982 unter Denkmalschutz stehende Rathaus wurde in den Jahren 1901 bis 1905 erbaut.
Die Figur des „Hauptmann von Köpenick“ erlangte genau ein Jahr nach der Einweihung des Rathauses weltweite Berühmtheit. Am 16. Oktober 1906 verhaftete der arbeitslose Schuster Friedrich Wilhelm Voigt Bürgermeister Georg Langerhans. Zuvor hatte er sich eine Hauptmannsuniform des 1. Garderegiments beschafft und 10 Soldaten herbeikommandiert. Nach der Verhaftung des Bürgermeisters bemächtigte er sich der Stadtkasse und verschwand. Nach 10 Tagen wurde der vorbestrafte Voigt gefasst und ging als „Hauptmann von Köpenick“ in die Geschichte ein.
Seit 1996 gibt es für den Hauptmann von Köpenick eine Bronzeskulptur vor dem Haupteingang des Rathauses. Eine Gedenktafel wurde am Rathaus ebenfalls angebracht. Architektonisch besticht das Rathaus durch seine Außenfassade, die im Stil der märkischen Backsteingotik gestaltet ist. Der Eingang zum Rathaus lässt an ein mittelalterliches Kloster denken. Der Eckturm mit seiner Rathausuhr ist ebenfalls erwähnenswert.
Der Sitzungsaal mit seinen kunstvollen Holzarbeiten ist nur noch teilweise original erhalten.

Modellpark Berlin

In diesem Miniaturpark befinden sich auf drei Hektar Fläche über 80 detailgetreue Nachbildungen von Bauwerken rund um Berlin und Brandenburg. Alle Modelle sind in einem Maßstab von 1:25 gefertigt.
Ziel des Miniaturparks ist es, dem Besucher einen Überblick über die wichtigsten Gebäude im 3D-Stil zu geben und ihn gleichzeitig zu inspirieren, die Originalgebäude zu besichtigen.

Archenhold Observatory

Die Archenhold Sternwarte steht im Treptower Park Sie wurde 1896 für die Berliner Gewerbeausstellung eingerichtet. In der Sternwarte gibt es das längste bewegliche Fernrohr der Welt, den so genannten Großen Refraktor. Das Fernrohr wird auch Himmelskanone genannt. Benannt ist die Sternwarte nach ihrem ersten Direktor Friedrich Simon Archenhold. 1995/1996 wurde die Sternwarte umfassend saniert. Am großen Refraktor wurden große Reparaturen ausgeführt. Er ist bis heute voll funktionsfähig. Seit 1961 steht er unter Denkmalschutz.
In der Sternwarte gibt es ein Planetarium mit Sitzplätzen für 38 Besucher.

Funkhaus Nalepastraße

Das Gebäude des Funkhauses steht zum Teil unter Denkmalschutz. In DDR-Zeiten war hier der Sitz des Rundfunks der DDR. Von hier aus produzierten und sendeten alle überregionalen Radiosender der DDR ihr Radioprogramm in verschiedenen Studios. Der große Aufnahmesaal 1 verfügte über eine hervorragende Akustik. Hier wurden viele Sendungen und auch Hörspiele aufgenommen. Auch Langspielplatten wurden hier eingespielt. Das Funkhaus war zu DDR-Zeiten Arbeitgeber für über 5000 Menschen und war wie eine kleine Stadt organisiert. Es gab z.B. Kantinen, eine Poliklinik, Friseur, Sauna, Zahnarzt, Buchhandlung und vieles mehr. Nach der Wiedervereinigung wurden die Programme vertragsgemäß um 0 Uhr am 31. Dezember 1991 eingestellt. Die Landesrundfunkanstalten MDR, NDR, ORB und SFB übernahmen das Programm.

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