Berlin

Berlin

Die deutsche Hauptstadt Berlin ist ein eigenständiger, teilsouveräner Gliedstaat bzw. ein Bundesland der Bundesrepublik Deutschland. Es ist die flächengrößte und bevölkerungsreichste Kommune Deutschlands, auch innerhalb der Europäischen Union hat sie die meisten Einwohner. Berlin ist eine vergleichsweise junge Stadt, die erst im 13. Jahrhundert zum ersten Mal urkundlich erwähnt wurde. Im Grunde wuchs sie aus Dörfern und Gemeinden zusammen, wie sich an den Namen der Stadtbezirke (Willmersdorf, Reinickendorf etc.) ablesen lässt. Das schlägt sich auch im Stadtbild nieder, das außer im Bezirk Mitte fast nirgends von Hochbauten wie andere Metropolen dieser Größenordnung geprägt wird. Berlin war in seiner Geschichte mehrfache Hauptstadt: von Preußen, der Mark Brandenburg, Deutschland und der DDR (nur das zunächst sowjetisch besetzte Ostberlin). Seit 1999 haben die Bundesregierung, der Bundespräsident, der Deutsche Bundestag, der Bundesrat, die meisten Bundesministerien, fast alle ausländischen Botschaften und zahlreiche Bundesbehörden ihren Sitz in Berlin. Es ist eine Stadt mit einer großartigen Kultur, sehr bemerkenswerten Sehenswürdigkeiten und den wichtigen Wirtschaftszweigen Biotechnologie, Medizintechnik, Pharmazie, IT, Kommunikationsindustrie, Immobilienwirtschaft, Bauwesen, Handel, Energietechnik, Optoelektronik, Tourismus, Kreativ- und Kulturwirtschaft sowie Messe- und Kongresswirtschaft. Auch verkehrstechnisch ist die Stadt ein europäischer Knotenpunkt. Im internationalen Rahmen gehört sie zu den führenden Weltstädten.

  • Einwohner: 3.664.088 am 31. Dezember 2020
  • Wahrzeichen: Brandenburger Tor, Fernsehturm, Reichstag

Bedeutende Bauwerke Berlins

Das Brandenburger Tor wurde 1791 errichtet. Mit seiner Quadriga und der Siegesgöttin Victoria ist es das unverwechselbarste Wahrzeichen Berlins, das weltweit Postkarten ziert. Es bildet das westliche Ende der Straße Unter den Linden, die bis zur Schloßbrücke reicht. Jenseits dieser Brücke liegt die Spreeinsel mit der Museumsinsel, dem Lustgarten, dem Berliner Dom und dem Humboldt Forum. Zum gesamten Areal gehören die Staatsoper Unter den Linden (Fertigstellung 1743, Stil des Palladianismus), das Kronprinzen- und das Prinzessinnenpalais, die Alte Bibliothek (1780), das Zeughaus (1706, Baumeister Andreas Schlüter), das Palais von Prinz Heinrich, die klassizistische Neue Wache, die St.-Hedwigs-Kathedrale (1773), der Französische Dom, das Schauspielhaus (Baumeister Karl Friedrich Schinkel) und der Deutsche Dom (Baumeister Carl von Gontard). Die Spreeinsel wird von zwei Armen der Spree umflossen. Östlich davon liegt der Alexanderplatz. Sein Wahrzeichen ist der von der DDR bis 1965 erbaute Fernsehturm (368 m, höchstes Bauwerk Deutschlands). Auch das Rote Rathaus und das Stadthaus sind hier zu finden. Das Nikolaiviertel baute ebenfalls die DDR 1987 im historischen Stil wieder auf, es war im Krieg zerstört worden. Dort ist als älteste Berliner Kirche die Nikolaikirche zu finden, unweit davon liegt die Parochialkirche im Barockstil. Die Oranienburger Straße wurde 1995 restauriert, sie war einst der Kern des jüdischen Viertels. Zu ihr gehört die neue Synagoge (Fertigstellung 1866), sie ist heute ein Zentrum für jüdische Kultur. Der Potsdamer Platz war bis in die frühen 1940er-Jahre der verkehrsreichste Platz Europas, er wurde 1961 durch den Bau der Berliner Mauer geteilt. Ab 1990 wurde er neu belebt, hier stehen die wenigen wirklich hohen Häuser Berlins. Der Reichstag liegt nördlich Brandenburger Tors, er wurde schon seit 1973 vom Bundestag genutzt. Seit 1999 hat dieser hier seinen Sitz. Die gläserne Kuppel besuchen alljährlich rund zwei Millionen Menschen. Inzwischen ist der Reichstag nach dem Kölner Dom der zweitstärkste Touristenmagnet Deutschlands. Als wichtige Berliner Bauwerke sind außerdem zu nennen:

  • Schloss Bellevue beim großen Tiergarten, Amtssitz des Bundespräsidenten
  • Siegessäule
  • Kurfürstendamm
  • Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche (bis heute Ruine und Mahnmal)
  • Kaufhaus des Westens (Europas größtes Kaufhaus)
  • Europa-Center
  • Funkturm in Charlottenburg
  • Barockschloss Charlottenburg (ab 1695 erbaut, Repräsentationsbau der Hohenzollern)
  • Zitadelle Spandau
  • Schloss Glienicke
  • Schloss Tegel (Schinkelbau, Klassizismus)
  • Karl-Marx-Allee (sozialistischer Klassizismus)
  • Kongresshalle
  • Philharmonie

Berliner Mauer

Die Berliner Mauer wurde ab dem 13. August 1961 durch die DDR-Behörden errichtet und fiel am 9. November 1989. Sie riegelte Westberlin vom umgebenden DDR-Territorium, einschließlich der Osthälfte der Stadt komplett ab. Berlin war nach dem Zweiten Weltkrieg wie ganz Deutschland in vier Sektoren geteilt, die von den alliierten Mächten USA, Großbritannien, Frankreich und Sowjetunion besetzt wurden. Mit dem Bau der Mauer wurden die drei Westsektoren eingemauert. Der Beschluss zum Bau der Mauer wurde in der Sowjetunion gefasst, die DDR-Führung setzte ihn um. Die Mauer war zusätzlich mit Selbstschussanlagen, Stacheldraht, Wachtürmen und diversen weiteren Einrichtungen gesichert. Die DDR-Grenzsoldaten hatten den Befehl, auf Flüchtlinge zu schießen. Man vermutet an der Berliner Mauer bis zu 245 Todesopfer aufgrund dieses Schießbefehls, der völkerrechtswidrig war. Unter dem Druck der DDR-Bevölkerung, die ab Sommer bis Herbst 1989 offen gegen ihre Führung demonstriert hatte, wurde die Mauer eher irrtümlich am 9. November 1989 geöffnet. Der damalige Ostberliner SED-Chef Günter Schabowski hatte in einer live übertragenen Pressekonferenz die Absicht zur Grenzöffnung verkündet und in einem lapidaren, inzwischen legendären Halbsatz auf Journalistennachfrage angemerkt, dass dies „nach meiner Kenntnis sofort, unverzüglich“ geschehen solle, was ursprünglichen Planungen zuwiderlief. Daraufhin strömten die Ostberliner zu den Grenzübergängen und durchquerten um 21:20 h zuerst den Grenzübergang an der Bornholmer Straße. Die Grenzschutztruppen der DDR waren unzureichend informiert, hinderten die Menschen aber nicht am Grenzübertritt, sondern versuchten, diesen in halbwegs geordnete Bahnen zu lenken. Im heutigen Berlin erinnern viele Gedenkstätten an die Berliner Mauer.

Berliner Kultur

Berlin hat eine großartige Orchesterlandschaft. Zu nennen sind neben kleineren Ensembles:

  • Berliner Philharmoniker
  • Staatskapelle Berlin
  • Orchester der komischen Oper
  • Konzerthausorchester
  • Deutsches Symphonie-Orchester Berlin
  • Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin
  • Orchester der Deutschen Oper

Dies sind wohlgemerkt nur die Spitzenorchester. Die berühmtesten in Berlin wirkenden Dirigenten waren und sind Herbert von Karajan, Kurt Sanderling, Daniel Barenboim, Walter Kollo, Paul Lincke und Sir Simon Rattle. Wichtige Chöre sind der RIAS Kammerchor und der Rundfunkchor Berlin. Die drei bedeutenden Opernhäuser sind die Staatsoper Unter den Linden, die Komische Oper und die Deutsche Oper, die beiden bedeutendsten Freiluftbühnen, die Berliner Waldbühne und die Kindl-Bühne Wuhlheide. Der Berliner Chorverband Berlin vertritt 236 (teilweise hervorragende) Laienchöre mit mehr als 10.000 Mitgliedern. Schon seit 1791 besteht die Sing-Akademie zu Berlin. Auch die Theaterszene ist unglaublich divers aufgestellt. Ferner ist Berlin eine Welthauptstadt des Films, das wichtigste Festival ist die Berlinale. Weitere kulturelle Festivitäten sind unter anderem der Karneval der Kulturen, das Berliner Theatertreffen, die Berlin Biennale, das Literaturfestival, die Tanztage Berlin, der Tanz im August und das Young Euro Classic. Hinzu kommen zahllose Freiluftveranstaltungen, Klubkonzerte, Umzüge und Paraden. Deren bekannteste sind wohl der Christopher Street Day und das Myfest. Schon seit 1964 gibt es ein alljährliches Jazzfest, zu nennen sind außerdem Pop-Kultur mit alternativen Musikstilen, das Lollapalooza (seit 2015) und das Festival of Lights. Ab Anfang Dezember gibt es in Berlin die europaweit meisten Weihnachtsmärkte (über 80).

Sport in Berlin

Berlin hat knapp 2.500 Sportvereine für etwa 650.000 aktive Hobby- und Breitensportler. Von den 73 professionellen Berliner Mannschaften rangieren sehr viele in ersten und zweiten Bundesligen. Zu nennen sind auf jeden Fall:

  • 1. FC Union (Fußball)
  • Hertha BSC (Fußball)
  • Alba Berlin (Basketball)
  • Eisbären Berlin (Eishockey)
  • Füchse Berlin (Handball)
  • Berlin Recycling Volleys
  • Wasserfreunde Spandau 04 (Wasserball)

Wichtige Sportveranstaltungen sind der Berlin-Marathon, das DFB-Finale, die ISTAF (Leichtathletik) und der E-Prix (FIA-Formel-E). Zudem betreibt der DOS (Deutscher Olympischer Sportbund) einen Olympiastützpunkt in Berlin.

Berliner Wirtschaft

Das nominale BIP lag 2020 in Berlin bei ~ 155 Milliarden Euro. Es ist die größte deutsche und drittgrößte europäische kommunale Wirtschaft, die im Jahrzehnt bis 2019 jährlich um rund 4,5 % wuchs, während der deutsche Bundesdurchschnitt bei 3,5 % lag. Pro Kopf liegt das BIP in Berlin bei über 42.000 Euro, was den Bundesdurchschnitt leicht übersteigt.

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